Gästebuch der Familie Bruno Günther

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Sammlung von Gästebüchern aus dem 20. Jahrhundert
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Günter, Bruno A.H.
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Objektkategorie
Lebenserinnerung
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Beschreibung


Gästebuch der Zahnarzt-Familie Günther aus Halle, das zwischen 1912 und 1936 für Familienfeste und Gesellschaften im Netzwerk der Landsmannschaft Hercynia Halle genutzt worden ist.

Das Gästebuch der Familie Günther aus Halle liegt im Format 24,5cm x 19,4cm als Blankalbum vor. Es ist in rotes, geprägtes Kunstleder eingeschlagen und mit einem Messingverschluss sowie goldener Schnittverzierung ausgestattet.
Beschrieben ist es nur auf 46 Seiten, also zu etwas mehr als einem Drittel; vor der ersten Eintragung liegen elf Leerseiten, danach 69. Die Einträge sind überwiegend mit Tinte verfasst; auch Bleistift und seltener ein lila Kopierstift kommen vor. Die Lesbarkeit ist insgesamt gut – leider lassen sich vor allem Namen fallweise nicht entziffern.

Eintragungen erfolgten an insgesamt 15 Tagen zwischen 1912 und 1936. Bemerkenswert sind die Zeiträume, die zwischen den Eintragungen liegen. So gibt es während des Krieges, wohl ob der Abwesenheit der Männer keine Feiern außer der Taufe Helmut Günthers. Die Frage für die übrigen Zeiträume ist, ob zwischen den Anlässen tatsächlich keine Gäste empfangen wurden oder aber das Gästebuch exklusiv für Gäste aus der Landsmannschaft eingesetzt worden ist.
Die Einträge erfolgten zu verschiedenen Anlässen: Taufe/Konfirmation/Silberhochzeit sind dabei die häufigsten (5). Sonst veranlassten verschiedene gesellige Ereignisse Eintragungen: Neben wiederkehrenden Bowleabenden (3) sind das Abende mit (freundschaftlich verbundenen) Ehepaaren und Treffen von landsmannschaftlich verbundenen Mitgliedern der Hercynia Halle sowie anderen studentischen Verbindungen.
Die wahrscheinlich durch das Antiquariat, von dem das Gästebuch erworben wurde, beigelegte Notiz, wonach es für Stiftungsfeste der Landsmannschaft Hercynia Halle genutzt worden ist, ist insoweit zu korrigieren, als dass dieser Anlass nur einmal explizit genannt wird. Richtig ist allerdings, dass nur an sechs Daten und dann überwiegend bei den familiären Feiern keine Kennzeichnung der Zugehörigkeit zur Landsmannschaft durch Beifügen des Zirkels zur Unterschrift erfolgte. Dass das Gästebuch exklusiv für Besuche der Mitglieder genutzt worden ist, ist allerdings aufgrund der Eintragungen zu Familienfeiern unwahrscheinlich. Eine starke Verbundenheit mit der Landsmannschaft (Lebensbundprinzip) ist deswegen freilich trotzdem gegeben.

 

Erstellungszeiten

  • (1830-1918) Konstitutionelle Monarchie
  • (1918-1933) Weimarer Republik
  • (1933-1945) NS-Zeit